Mittags zum Metzger Wieland, drei Fleischkäsebrötchen kaufen, oder wie der Schwabe sagt, “Lääberkääsweck”. Für 1,50 € das Stück, eine günstige und leckere Angelegenheit. Also ab damit auf den Tannwald-Parkplatz beim Trimm-Dich-Pfad. Zufrieden vernichte ich dort meine Mittags-”Beute” – die Kamera liegt auf dem Beifahrersitz.
Dann sehe ich durch die bei uns immer noch zaghaft beblätterten Bäume, einen Bagger stehen. Entfernung etwa 200m im Wald. Mit essen bin ich fertig, also nichts wie hin! Dort angekommen, ist kein Mensch zu sehen – sieht allerdings auch nicht unbedingt aus, als wäre der Platz schon länger verlassen. Ok, ich bin vorsichtig, sehe mich dreimal um, bevor ich mich irgendwie auffällig mache – ich will ja nur ein paar Fotos schießen, und die Chancen sind gut, dass ich das in aller Ruhe durchführen kann. Aber man muss vorsichtig sein…
Der Bagger steht günstig. Gut der Himmel ist nicht unbedingt ein Highlight, und der Bagger nicht gerade vom Format XXL, aber der Hintergrund passt und ich bekomme überhaupt mal die Möglichkeit für ein solches Foto. Ich bin im Wald, niemand stört – perfekt, was will man mehr!
Also verrenke und verbiege ich mich, und mache etwa 10 Aufnahmen, das dürfte reichen. Mittlerweile nähert sich ein orangener Laster – vermutlich vom Bauhof. Aha, die dazugehörigen Arbeiter kommen. Die Antwort auf die Frage, die gleich kommen wird, habe ich bereits parat – verhalte mich aber ruhig, und gehe meiner Arbeit nach. Schnell entfernen wäre nun der falsche Ansatz. “Isch des intressant zum foddografiere?” fragt der Baggerführer. Beide Arbeiter kenne ich vom Sehen. Nichts anderes habe ich auch erwartet. “Ja, tolle Perspektive, so von vorne unten. Keine Sorge, ich fotografiere weder Nummernschilder, noch bin ich von irgendeinem Amt. Schauen sie, das sieht doch stark so aus!”. Mit ein wenig Begeisterung schaut er auf die Kamera. Ich sage: “Ich habe mich schon gewundert, dass keiner da ist. Aber so hatte ich die Möglichkeit, in aller Ruhe ein paar Fotos zu machen”. “Ha, s’ isch Middaag! Mir waret veschpere! Ohne Mampf kooin Kampf!” erklärt der Baggerführer. Ich bestätige das, hatte meinen Mampf ja auch erst zehn Minuten zuvor, und beeile mich, meinen Krempel weg zu räumen, denn die Jungs müssen hier weiter arbeiten.
Ich frage ob er mir die Schaufel anheben würde, nachdem ich eigentlich schon fast weg war. “Koi Probleem!” – macht er, und wirkt lässig. Ich mache vier weitere Aufnahmen, und knie auf dem Boden rum, ich meine es ja schließlich auch ernst. Als ich gehe, werde ich freundlich verabschiedet, man wünscht mir einen schönen Tag – ich erwiedere das. “Wirklich nett”, denke ich mir. Solche Situationen können mitunter heikel sein – alles schon erlebt. Gerade in Lüttich habe ich im Beisein eines Obstverkäufers Bilder gelöscht, weil dieser extrem aufdringlich wurde.
Danke an die beiden Angestellten vom Bauhof Welzheim, nicht jeden Tag trifft man auf solch freundliche Menschen!
Alle Aufnahmen sind bei 11mm im Ultraweitwinkelbereich gemacht worden.
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Thanks!
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